Statement

Betty Beier – „Für mich liegt der Boden im Mittelpunkt“

Es geht mir darum, die Wertschätzung der Natur im Allgemeinen und des Bodens im Besonderen zu erhöhen und in Solidarität mit den Menschen zu stehen, die buchstäblich den Boden unter den Füßen verlieren.

Klimawandel vernichtet indigene Völker – auch uns. Unser Landschaftsbild verändert sich – gravierend jede Stunde. Staudämme, die Landschaft verschlucken. Hunger nach Rohstoffen, die Landschaft zerstören. Einseitige Nutzung der Böden, die Landschaft monotonisieren. Die irreparablen Folgen: Umsiedlungen durch Vertreibung. Obdachlosigkeit und Hunger.

Die Geschwindigkeit fegt uns hinweg. Der Einfluss ist uns längst genommen, wenn wir nicht sofort umkehren.

Wir sind nicht die Verlierer. Wir werden nicht vertrieben. Wir hungern nicht. Wir konsumieren die seltenen Erden für unsere Konsumgüter.  Genau hier setze ich als Künstlerin an und richte mein Augenmerk auf ein kaum wahrgenommenes Gut und Speichermedium: Den Boden.

Seit 1997 begleitet mein Erdschollenarchiv Prozesse, die Landschaft verändern. Landschaften in Deutschland, Island, China, Alaska und zuletzt in Brasilien.
Mittels spurensichernder Maßnahmen vor Ort halte ich in Bildskulpturen, die ich Erdschollen nenne, fest, was verloren geht. Erdschollen dauerhaft in Acryl oder Kunstharz, begleitet mit einer Entstehungsgeschichte und Fotodokumentation sowie Zeichnungen.